#59 Atemnot beim Pferd: Warum sie manchmal „plötzlich" kommt
Shownotes
Dein Pferd steht plötzlich da, die Nüstern weit geöffnet, der Bauch arbeitet bei jedem Atemzug sichtbar mit. Und vor einer Stunde war scheinbar noch alles normal. Wie kann Atemnot bei einem Pferd so plötzlich entstehen?
In dieser Folge schauen wir uns an, was bei Atemnot biologisch passiert, welche drei Wege es gibt, auf denen sie scheinbar aus dem Nichts kommt, und warum du als Pferdebesitzer manchmal wirklich nichts dafür kannst. Denn oft beginnt das eigentliche Problem gar nicht plötzlich. Plötzlich ist nur der Moment, in dem der Körper die Störung nicht mehr ausgleichen kann.
Du erfährst:
Warum Atemnot der sichtbare Versuch des Körpers ist, trotz Problem genug Luft zu bewegen
Die drei Wege zur plötzlichen Atemnot: Schwellung, Bronchospasmus und Verschleimung
Warum das Problem oft schon lange besteht und nur die Schwelle plötzlich überschritten wird
Warum frühe Symptome ein Glück sind und was du dann tun kannst
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Transkript anzeigen
00:00:00: Atemnot beim Pferd.
00:00:02: Warum sie manchmal plötzlich kommt?
00:00:04: Dein Pferdd steht plötzlich da, die Nüstern weit geöffnet.
00:00:08: der Bauch arbeitet bei jedem Atemzug sichtbar mit.
00:00:11: vielleicht streckt es sogar den Kopf und den Hals nach vorne um besser Luft zu bekommen.
00:00:15: Und vor einer Stunde war scheinbar noch alles normal.
00:00:18: Wie kann atemnot bei einem pferd so plötzlich entstehen?
00:00:22: Das überraschende ist oft beginnt das eigentliche problem gar nicht so plötzlich.
00:00:27: Was aber plötzlich kommt, ist der Moment in dem der Körper die Störung nicht mehr ausreichend kompensieren kann.
00:00:32: Heute schauen wir uns an was bei Atemnot biologisch passiert?
00:00:36: Welche Ursachen dahinter stecken können und warum du als Pferdebesitzer manchmal wirklich nichts dafür kannst weil die Atemnote plötzlich auftreten kann.
00:00:48: Was bedeutet Atemnot überhaupt?
00:00:50: Atmung hat ja im Grunde zwei zentrale Aufgaben Sauerstoff aus der Umgebung ins Blut zu bringen und Kohlendioxid aus dem Körper abzugeben.
00:01:01: Die eingeatmete Luft gelangt beim Pferd über die oberen Atemwege in die Luftröhre, weiter über die Bronchen in immer kleinere Broncheolen bis zu den Alveolen den Lungenbläschen und dort findet der entscheidende Gasaustausch statt.
00:01:15: Sauerstoff muss aus der Luft über so eine extrem dünne Barriere ins Blut gelangen.
00:01:19: gleichzeitig bewegt sich Kohlendioxid in die entgegengesetzte Richtung.
00:01:23: wenn dieser Prozess gestört wird dann versucht der Körper gegenzusteuern.
00:01:28: Die Atmung kann schneller werden, sie kann tiefer werden.
00:01:32: Die Atemhilfsmuskulatur arbeitet vielleicht stärker und bei ausgeprägter Atemnot wird zusätzliche Muskulatur eingesetzt.
00:01:39: Deshalb sehen wir bei einem Pferd mit Atemnot nicht einfach nur schnelles Atmen – Wir sehen tatsächlich den Versuch des Organismus trotz eines Problems genügend Luft zu bewegen um einen ausreichenden Gasaustausch aufrechtzuerhalten!
00:01:53: Und wie kann jetzt die Atemnote scheinbar aus dem Nichts kommen?
00:01:57: Es gibt drei Wege, wie Atemnot plötzlich entstehen kann.
00:02:01: Weg eins durch eine Verengung der Atemwege durch Schwellung.
00:02:07: Stell dir die Atemwege wie ein System aus immer kleiner werdenden Röhren vor.
00:02:12: Solange diese Röhre weit genug geöffnet sind, kann die Luft relativ ungehändert hindurchströmen.
00:02:18: Werden die Atenwege jedoch enger?
00:02:20: Dann steigt der Widerstand gegen den Luftstrom erheblich.
00:02:24: Genau das passiert beispielsweise bei Asthma Entzündungen, Schleim, Schwellungen – sowas in den kleinen Atemwegen reduziert den verfügbaren Querschnitt.
00:02:36: Also praktisch den Durchmesser dieser Atemwege.
00:02:38: Das Pferd muss dadurch zunehmend Arbeit leisten um Luft hinein und vor allem wieder hinaus zu bekommen wie bei einem Strohhalm letztendlich.
00:02:47: Und hier entsteht der Eindruck dieses plötzlichen Auftretens.
00:02:51: Variante eins ist ein Pferdd hat bereits längere Zeit Entzindungen in den Atemwegen.
00:02:57: Vielleicht hustet es gelegentlich, vielleicht hat's bis in Nasenausfluss.
00:03:01: Vielleicht zeigt auch gar kein spezifisches Symptom.
00:03:04: Solange der Organismus kompensieren kann, wirkt die Situation tatsächlich relativ unspektakulär und diese Kompensation findet bei einigen Pferden richtig lange statt.
00:03:14: Kommt dann einen zusätzlichen Reiz hinzu zum Beispiel eine erhöhte Belastung mit organischem Staub oder eine Belastungen durch Training oder durchs Wetter?
00:03:24: Dann kann sich die Situation deutlich verschlechtern.
00:03:26: Das Problem wurde also nicht unbedingt innerhalb weniger Minuten erschaffen, aber innerhalb weniger Minuten kann eine Schwelle überschritten werden ab der das Pferd sichtbar um seine Atmung kämpfen muss.
00:03:38: Das heißt, dass ist die erste Variante.
00:03:41: Schwellungen aufgrund von vielleicht schon länger bestehender Entzündung.
00:03:45: Die zweite Variante ist, die Schwellung entsteht aufgrund einer akuten allergischen Reaktion.
00:03:51: Vielleicht wusste der Pferdebesitzer gar nicht, dass sein Pferd allergisch ist.
00:03:54: Weil zum Beispiel vorher gar kein Kontakt zu diesem Allergenbestand oder die Allergie sich jetzt erst zeigt.
00:03:59: Oder die Allergie ist grundsätzlich bekannt und genau in diesem Moment kommt es zur allergischen Reaktion.
00:04:04: Der plötzliche Kontakt oder die Summe der Kontakte kann dann zum plötzeligen Anschwellen der Atemwege führen und damit zur Atemnot.
00:04:13: Das ist der erste Weg.
00:04:14: also eine Schwellung der atemwegel kann zur Atelnot führen ist ein Bronchospasmus.
00:04:22: Das ist eine plötzliche Verkrampfung der glatten Muskulatur um die Brontchen herum und so entsteht so ne Verkrampf.
00:04:29: Als erstes haben wir nen Reiz, das heißt es gibt irgendeinen Auslöser, der auf die Atemwege trifft.
00:04:34: Das können Allergene sein, das können bestimmte Reizstoffe sein, dass können Infekte sein oder auch körperliche Anstrengungen.
00:04:41: dadurch kommt's zu einer Überreaktion.
00:04:43: Bei empfindlichen Pferden wie beispielsweise bei Asmatikern reagieren die Atemwege überempfindlich und dadurch kann es zu einer Kontraktion kommen, der Muskulatur in dem Nervensignal oder zum Beispiel Botenstoffe wie Histamin dazu führen dass sich die Muskeln in den Prontialwänden abrupt zusammenziehen.
00:04:59: Das ist der zweite Weg – die muskuläre Verkrampfung!
00:05:02: Und der dritte Weg ist eine starke Verschleimung.
00:05:05: wenn Schleim fest sitzt verursacht er Luftwiderstand.
00:05:08: Wenn sich viel Schleim an einer Stelle sammelt oder an mehreren Kleinen bei den kleinen Verzweigungen, dann kann der Luftstrom massiv beeinträchtigt sein und es kann auch zu eine Atemnot kommen.
00:05:18: Damit es zu einer dieser Reaktionen oder überhaupt zur vermehrten Schleimproduktion, zu Entzündungen, zu Schwellungen und so und auch zu allergischen Reaktionen kommen kann ist das schon sehr wahrscheinlich dass das Pferd, das plötzliche Atemnot zeigt, Equines Asthma hat.
00:05:34: In den Atemwegen läuft dabei ne chronische Entzündenungsreaktion ab.
00:05:38: Es kann, wer Schleim entstehen muss aber nicht bei manchen Pferden auch nicht.
00:05:42: Die Atemwege werden aber auf jeden Fall hyperreaktiv.
00:05:45: die glatte Muskulatur der Brontchen kann sich zusammenziehen und bei längerer oder schwerer Erkrankung können auch strukturelle Veränderungen in den Atemwegen hinzukommen beispielsweise Verdickungen der Bronchialwände oder Vernabungen oder so.
00:05:58: das Ergebnis ist eine Obstruktion.
00:06:00: Luft kann dann nicht mehr so frei durch die Atem Wege strömen.
00:06:04: besonders auffällig ist bei schwer betroffenen Pferde häufig die Ausatmung.
00:06:08: Das Pferd beginnt dann, seine Bauchmuskulatur einzusetzen um die Luft aus der Lunge wieder herauszubekommen.
00:06:14: Deshalb kann man bei schweren Fällen auch diese deutlich abdominale Atemarbeit so beobachten.
00:06:19: und jetzt kommt der Punkt warum der Besitzer manchmal nichts dafür kann dass es soweit kam.
00:06:24: nicht jedes pferd zeigt vorher Symptome manche ja.
00:06:28: da ging schon monatelang etwas husten voraus vielleicht auch schon hier und da mal eine erhöhte atemfrequenz oder auch mal ne erschwerte atmung Oder das Pferd war nicht mehr ganz so fit wie früher.
00:06:38: Aber die Entzündung wurde halt nicht in den Griff gekriegt und deshalb konnte die Erkrankungen voranschreiten.
00:06:44: Dann gibt es aber auch die Pferde, die gar nichts zeigen.
00:06:47: Keinen Huster immer leistungsbereit!
00:06:50: Und die Besitzer dieser Pferden sind da natürlich total schockiert wenn das Pfert vermeintlich plötzlich Atemnot hat.
00:06:56: Wenn dein Pferdd dir also frühe Symptome zeigt dann kannst du dich richtig glücklich schätzen dass du an diesem Punkt bereits die Möglichkeit hast dir eine gute Strategie an die Seite zu holen und die Entzündung vergleichsweise unauffällig in Remission bringen zu können.
00:07:09: Wenn dein Pferd aber mit dem Schock der Atemnot ums Eck kommt, dann hilft es nichts!
00:07:13: Dann weißt du okay jetzt ist höchste Eisenbahn, dann sind die Fakten klar vor dir, dein Pfärd braucht eine Atemwegstherapie jetzt.
00:07:21: Für viele Pferde mit Asthma ist eine Rehaffe Zuhause eine super Unterstützung.
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